Mittwoch, 18. Oktober 2006

Innerer Monolog (Thema HIV)

ACHTUNG: Nur für Leute mit viel Zeit *gg* ;-)


Nein! Das ist eine Lüge. Es kann nur eine Lüge sein. Warum ich? Das kann nicht wahr sein. Er wird mich doch nicht angesteckt haben? Oder doch? Warum ist es im Wartezimmer immer so leise. Haben die nichts besseres zutun als mich anzustarren?
Sie wissen es... Sie stecken alle unter einer Decke! Was zum Teufel...die Tür ist nur zugfallen..ruhig bleiben.
Wie soll ich meine Krankheit bloß ... ach was ich bin nicht krank, ich fühl mich kerngesund. Er! warum ist er mitgegangen? Ahnt er leicht was los ist? Es war alles pure Absicht! Vor einer Stunde turtelte ich mit meinem Freund und jetzt verabscheue ich ihn. Ich hasse ihn. Es kann mich nur er angesteckt haben. Wie soll ich es meiner Familie beibringen? Sie werden mich ausstoßen. Sie werden mich nicht mehr mit meiner kleinen Schwester spielen lassen.. Nein, soweit kommt es hoffentlich nicht. Ich stehe noch immer an der selben Stelle. Draußen regnet es in Strömen. Ich kann mich nicht bewegen. Wahrscheinlich bin ich kreidebleich. Ich will nach Hause. In mein Bett, zu meinen Eltern, zu meiner Schwester. Dieser Ort macht mich fertig ... Und er, er sitzt da und liest Automagazine. Er merkt nicht dass, ich schon wieder da bin. Oder ignoriert er mich? Ich gehe ohne ihn. Was wird aus meiner Zukunft? Was soll ich werden. Ich bin für jeden eine Gefahr und die Krankheit kann ich nicht verbergen. Vor zwei Wochen war ich in Italien ... auch schon angsteckt aber ich habe es nicht gewusst... Dieser blöde Arzt warum hat er es mir gesagt. Ich werde meine Jacke nehmen und laufen!
Davon von meinen Problemen, davon von meinem Freund. Nachhause! Schule, Ausbildung, Zukunft... alles unwichtig. Ich werde mir die Radieschen sowieso bald von unten ansehen. Ob die Arzthelferin auch von mir weiß? Warum ich, ich habe ja immer .... Was? 16h? Mist jetzt habe ich meine Lieblingsserie auch noch versäumt. Ich gehe und verlasse diesen Warteraum, einen von vielen den ich noch sehen werde.
Es regnet noch immer. Ich spüre nichts.
Er ruft mich, er läuft mir nach. Ich will ihn nicht sehen. Ich will anfangen zu schreien, es geht nicht ich bin stumm. Er soll verschwinden, abhauen, sich in Luft auflösen...mich alleine lassen und aufhören zureden als wie wenn nichts wäre. Er soll meine Gedanken lesen. ich wünschte ich hätte ihn nie kennengelernt. Damals war es schön. Wir lachten..hatten Spass und erzählten uns alles.
LIebe auf den ersten Blick ach wäre mir das erspart geblieben. AM besten wäre wenn ich von einem Hochhaus springen würde oder mich vor den Bus werfen würde der gerade kommt. Aber ich bin feig. Umbringen kann ich mich später auch noch.
Jetzt hat er gemerkt das Etwas nicht stimmt...
Was soll das jetzt werden? Er stellt sich vor mich hin...will mir in die AUgen sehen, redet auf mich ein ... ununterbrochen .. wer will wissen was mit mir ist. Er nervt. Ich hasse ihn, ich hasse mein leben, meine Krankheit. Ich schicke ihn weg, er soll gehen. Ein Bus fährt vorbei...Ich sehe mein zuHause. Ich spüre etwas. Ich spüre wie ich den Boden unter den Füßen verliere... mir wird schwarz vor Augen. Ich falle auf den nassen Boden und will nicht mehr aufwachen. Nicht in dieser Welt, wo ich von allen enttäuscht aber doch geliebt wurde

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Zuletzt aktualisiert: 3. Jul, 12:37

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